Paketdienst 2.017 – Eine DPD-Erfolgsgeschichte

„Wir brauchen hier gar nicht weiterdiskutieren, wir drehen uns im Kreis, das Paket ist auf dem Weg zum Absender“ sagt Frau W. an der Hotline des DPD-Paketdienstes. Sie tut dies in einem angemessen unfreundlichen Ton. „Das Paket lag sieben Tage im Kiosk in der Willem-van-Vlothen Straße. Haben sie ja nicht abgeholt“, erklärt mir Frau W.
Stimmt. Hab ich nicht.
Gut – ich wusste nicht, dass es da liegt. Aber auch das – so verhält sich Frau W. an der Hotline für 0,20 Cent pro Anruf – ist mein Fehler. Daher ist es an der Zeit meine zahlreichen Fehler im Umgang mit diesem Paket und dem damit verbundenen Wunsch, dieses auch persönlich zu erhalten, aufzulisten:
Meine Frau Sarah war beim 1. Zustellversuch nicht zu Hause. Kann sein, kann auch nicht sein, denn eine Benachrichtigung über einen derartigen Versuch gibt es nicht, ich lese davon nur in der DPD-Sendungsverfolgung. Einen zweiten Versuch gab es nicht. Auch ok – wir bekommen eine E-Mail, in der uns mitgeteilt wird, dass das Paket in einen Pickup Paketshop von DPD umgeleitet wird.
Auch OK. In welchen Shop steht da nicht, aber wird uns bestimmt noch genannt. Oder auch nicht – eine weitere Mail gibt es nämlich nicht.

Ich schaue also in die DPD-Sendungsverfolgung.

Der Weg des Paketes - Sendungsverlauf from Hell.

Der Weg des Paketes – Sendungsverlauf from Hell.

Dort steht:
„Übergabe an Pickup Paketshop durch DPD Zusteller“. Zwei Minuten später meldet das System:
„Leider wurde Ihr Paket nicht zugestellt. Keine Warenannahme / Warenabholung.“

???

Ich rufe die Hotline an, da ich aus der Information nicht schlau werde. Eine Mitarbeiterin erklärt mir freundlich, dass mein Paket wieder in Unna sei, denn der Kiosk habe nicht über die neueste DPD-Software verfügt und man habe das Paket  daher dort nicht abgegeben können. Verstehe.

Kreative Zustellmethoden des Paketdienstes

Was tun? Da ich nach der letzten DPD-Erfahrung und deren innovativen Zustellmethoden [Eine wildfremde Frau, die 4 Straßen weiter in meinem Stadtteil wohnt, hatte meinen Namen gegoogelt und mir dann über mein Kontaktformular eine Mail geschrieben, ob ich nicht mein Paket vermissen würde – liege schließlich seit 7 Tagen bei Ihr… (Ich muss glaube ich nicht erwähnen, dass auch in diesem Fall keinerlei Benachrichtigung erfolgte und meine Fähigkeiten an der Glaskugel einfach zu beschränkt sind)] ganz geringe Zweifel hege, vereinbare ich eine Lieferung aus dem Zustellzentrum in Unna in einen Pickup Paketshop mit aktueller Softwareversion. Die freundliche Dame beendet das Gespräch mit dem Satz: „Ja, perfekt.“ Ich lasse diese Aussage erstmal unkommentiert.

Das war letzten Mittwoch.

Gestern versuchte meine Frau das Paket in vereinbartem Shop abzuholen – leider ohne Erfolg. Hier ist unser Paket nicht. Soll ja auch erst seit Freitag da liegen… Heute versuche ich also erneut herauszufinden, wo das Paket denn wohl hingekommen ist und treffe auf Frau W. Es entspinnt sich der oben genannte Dialog.
Nachdem ich mehrmals von Frau W. darauf hingewiesen werde, dass ich sie ausreden lassen soll, komme ich der Bitte natürlich nach. Man drehe sich im Kreis, könne eh nichts ändern und gut ist. Nachdem Frau W. ausgeredet hat, unterbricht Sie meine dringliche Frage mehrmals mit dem genannten Argument. Am Ende komme ich dann doch noch dazu, sie zu stellen. Ich möchte nämlich wissen, was „Leider wurde Ihr Paket nicht zugestellt. Keine Warenannahme / Warenabholung.“ wohl bedeutet. (Die Software-Erklärung von vergangenen Mittwoch scheint ja nicht mehr aktuell zu sein/nicht gestimmt zu haben.)

Antwort Frau W.: „Weiß ich nicht. Das Paket war in dem Shop – sie haben es nicht abgeholt.“

Ich verweise auf mein geführtes Telefonat.

Antwort Frau W. „Weiß ich nicht – ich kann gerne eine Beschwerde in das System aufnehmen.“
Das hilft bestimmt weiter, denn es ist schon Glück, dass ich es bis zur Hotline geschafft habe. Meine Paketnummer ist dem Telefonsystem nämlich unbekannt, ich fliege zweimal aus der Leitung und weitere 40 Cent kommen einem jungen, innovativen StartUp zu Gute. Die Sendungsverfolgung, die ich im gleichen Moment auf meinem Bildschirm sehe, müssen die Illuminaten erstellt haben.

Alternativen des Paketdienstes

In der Mobilversion der Sendungsverfolgung bietet DPD verschiedene Optionen an. Ich kann einen Nachbarn bestimmen, einen Ablageort wählen oder mein Paket in einen Pickup Shop umleiten. Gut, keine der Optionen ist anwählbar – aber schön, dass diese Möglichkeit theoretisch irgendwann mal verfügbar sein könnte.
Das beruhigt.
Schließlich finde ich heraus: Mein Paket ist also wieder beim Absender. Natürlich nehme ich auch gerne dahin Kontakt auf und – der Absender ist nett und verschickt es nochmals. Wieder mit DPD. Die Freude ist groß, ich bin gespannt, ob ich das Fotobuch meiner Tochter jemals bekommen werde. Auf meine Nachfrage, ob der Versand über ein anderes Unternehmen laufen könnte, bekomme ich folgende Antwort: „Wir sind gerade dabei auf DHL umzustellen.“

15 Minuten nachdem ich diesen Text fertiggestellt habe, schickt meine Frau mir eine E-Mail von DPD. Der Inhalt spricht für sich selbst… (Gut, erfolgreich ist relativ – es hat nicht mich erreicht, wie es in der Mail steht; aber immerhin hat es nun nach 2 Wochen irgendjemand angenommen – wenn auch der Absender.)

DPD - Erfolgsmail

DPD – Erfolgsmail

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