Mit dem Blog Geld verdienen

Wenn Journalisten zusammenkommen, dann wird gerne mal gejammert. Sparmodelle, das Sterben der Tageszeitungen und der Verlust von Qualität in Rundfunk und Zeitung. Keine Frage – es ist viel im Fluss.

Und so vielfältig wie die Strömungen und Versuche der Medienmacher das Bild des Journalismus in Zukunft zu definieren, so vielfältig sind auch die Teilnehmer beim DJV-Blogger-Tag in Hagen.

Lokale Berichterstattung

Die findet in den Lokalzeitungen nicht mehr statt. Lokale Berichterstattung findet in den Blogs der jeweiligen Region oder Stadt statt. Eine steile These. Doch es gibt Beispiele, die diese These durchaus bestätigen. Exemplarisch seien hier die Nordstadtblogger oder auch halloherne genannt. Und aus Herne war der Kollege und ehemalige WAZ-Redakteur Günter Mydlak zu Gast. Sein Thema:

Die Monetarisierung von Blogs

Stichwort: technische Umsetzung

Stichwort: technische Umsetzung

Alles andere als einfach und – soviel sei vorweggenommen – auch er hatte natürlich kein Patentrezept. Seit 5 Jahren gibt es jetzt das Projekt „Hallo Herne“. Mehr als 200.000 Seitenzugriffe pro Monat, eine ganze Zahl von vorzeigbaren Anzeigekunden und trotzdem braucht es noch immer vor allem eines: jede Menge Leidenschaft und auch Leidensfähigkeit. Denn anders als früher ist Günter Mydlak nicht mehr nur Journalist.

Blogger müssen auch Unternehmer sein

Eine Tatsache, der sich auch altgediente Journalisten stellen müssen. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Sonst wären wir Journalisten ja einfach BWL’er oder Buchhalter geworden. Sind wir aber nicht, und so muss sich der gemeine Journalist/Blogger auch dies einmal bewusst machen. Man ist nicht mehr nur Journalist. Man muss sich auch um andere Themen kümmern. Inhalt, technische Umsetzung, Unternehmensform, Anzeigenverkauf, Buchhaltung und Zukunftsstrategie.

Zukunftsmodelle

Das Genossenschaftsmodell der taz

Das Genossenschaftsmodell der taz

GmbH, freiberuflich, Verein oder vielleicht eine Genossenschaft? Wie betreibe ich meinen Blog? Eine Frage, die sich viele Journalisten stellen. Und leider ist auch hier die Antwort alles andere als eindeutig. Umso interessanter war der Input von Konny Gellenbeck von der Genossenschaft der taz. 500 Euro kostet ein Anteil an der Zeitung. Was bekommt der Geldgeber dafür? Kurz gesagt: Einen feuchten Händedruck und das gute Gefühl Miteigentümer einer Zeitung zu sein. Sonst nix. Es funktioniert, aber es bedarf einer ganz speziellen Leserschaft und es ist auch nach Jahrzehnten noch immer harte Arbeit.

Investition in eine Idee

Konny Gellenbeck und Günter Mydlak. Zwei Journalisten, die sich ihre Idee und Leidenschaft  bewahrt haben. Doch eine Sache wurde beim Blogger-Tag deutlich: Nur mit journalistischem Handwerkszeug geht es nicht. Der erfolgreiche Journalist und Blogger muss gleichzeitig Kaufmann, leitender Angestellter und auch selbst Nutzer der Seite oder des Blogs zu sein. Nur so lässt sich der eigene Blog erfolgreich betreiben. Aber wer ist das schon alles gleichzeitig? Niemand. Und das ist auch nicht nötig.

Falscher Stolz

Günter Mydlak bringt es auf den Punkt: „Dass ich einmal mit einem Unternehmensberater zusammenarbeiten würde hätte ich nie gedacht.“ Und genau darum geht es:

Journalisten müssen aufhören sich als Einzelkämpfer zu begreifen. So. Punkt.

 

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