Ihre Sendung ist da!

IMG_3845Das steht auf der gelben Karte, die ich gestern in unserem Hausflur fand. Es ist eine dieser Karten, die anzeigen, dass jemand ein Paket mit meinem Namen versehen hat und ich im besten Fall den Inhalt sogar erwarte. In diesem Fall kommt dies alles zusammen, denn ich habe beim Versandhändler meines Vertrauens ein Buch bestellt. (Irgendeinen Liebesroman für Sarah, aber das tut für den weiteren Verlauf nichts zur Sache)

Ich soll meine Sendung in einer Filiale abholen

Filial-Tour durch Dortmund

Filial-Tour durch Dortmund

Ich wundere mich etwas, dass ich in eine Filiale fahren muss, aber wahrscheinlich war keiner meiner Nachbarn zu Hause. Ist zwar unwahrscheinlich, da die Anzahl der sich bereits im Ruhesstand befindlichen Menschen nicht ganz so klein ist, aber sei’s drum.
Ich fahre in die auf der Karte angegebene Filiale in Dortmund-Körne. Fahrzeit nachmittags ca. 20 Minuten. Nach weiteren 10 Minuten habe ich einen Parkplatz und betrete schwungvoll die Filiale, die irgendwann mal ein Kiosk war.

Ich gebe meine Karte ab

Die Frau hinterm Schalter schaut kurz auf die Karte und legt die Stirn in Falten. Sie zeigt die Karte ihrer Kollegin – auch die schüttelt den Kopf. Ich bekomme erste Beklemmungen. Dann werde ich aufgeklärt: Beim aufkleben des abgerissenens Klebeetiketts fehlt ihrgendeine Nummer. Die nette Schalter-Frau geht nach Hinten und versucht mein Paket zu finden. Das dauert. Anscheindend war dieser Code irgendwie für die Navigation zwischen den Paketen in dem ca. 15 Quadratmeter großen Lagerraum elementar.

Sie kommt schulterzuckend zurück

In der Hand hält sich nur die kleine gelbe Karte – kein Paket. Sie tritt an ihren Rechner und fängt an zu tippen. Dann hellt sich ihre Mine auf: „Ihr Paket ist nicht hier. Das ist in der Saarlandstraße.“ Sie lächelt. Ich lächel nicht. „In der Saarlandstaße – WARUM ??“ Ist vielleicht ein neuer Fahrer, der hat das falsch abgeliefert. Es täte ihr auch leid, aber sie könne es auch nicht ändern.

Ich fahre im Feierabendverkehr zur Saarlandstraße

Service bei der Post

Service a la DHL

Nach flotten 20 Minuten bin ich auch schon da. Natürlich gibt es keinen Parkplatz. Ich stelle mich brav in die Schlange. Ich komme an die Reihe und schildere meine Irritation über meine Stadtrundfahrt. Mein Gegenüber lächelt. Er ist bei der Post anscheinend zum Zyniker geworden. Er könne sich auch nicht vorstellen was da passiert ist. Aber er verstehe sowieso schon lange nicht mehr was bei den Fahrern so los ist. Danke für dieses Gespräch. Er verschwindet nach Hinten und kommt tatsächlich mit meiner Sendung in der Hand zurück. Nach gut einer Stunde, viel Verkehr und zwei Postfilialen halte ich tatsächlich mein bestelltes Paket in den Händen.
Ein weiteres Lächeln des Post-Mitarbeiters – dann gibt er mir eine kleine Karte. Darauf eine Telefonnummer-die DHL-Beschwerdestelle.

Ich zücke mein Handy und rufe die Beschwerdestelle von DHL an.

Man werde sich sofort darum kümmern, ich gebe meine Handynummer an, ich werde auf jeden Fall zurückgerufen. Das haben sie die letzten beide Male auch gesagt. Anzahl der Rückrufe: 0
Als ich zurück zum meinem Auto komme, sehe ich gerade noch wie sich der Motorrad-Polizist über meine Windschutzscheibe beugt und wegfährt…

Ein super Tag.

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