Eine lange Woche und in Berlin die Bundespolizei

Anmerkung: Dieser Text ist schon über eine Woche alt – allerdings hat sich meine Tochter überlegt, dass ich ihn wohl erstmal nicht zu Ende schreiben und veröffentlichen sollte. Und in der Tat stehe ich nun in unserer Bibliothek, den Laptop im Bücherregal stehend und vor meiner Brust hängt meine Tochter in einer Trage und schläft.

Lektion 1 für die Tochter: Papa ist immer cleverer.

Also nun meine Gedanken:

Was für eine Woche.
Nachdem ich die letzte 4 Wochen zusammen mit meiner Frau damit verbracht habe unserer Tochter auf die Welt zu helfen und eben in dieser irgendwie anzukommen stand nun in der vergangenen Woche wieder Arbeit an und schon vor Beginn dieser Woche stand fest, dass es keine normale werden sollte.

Termine, Termine, Termine

Das Schicksal hat mal wieder gewürfelt und sich überlegt, dass ein oder zwei Termine so zum Start in die Arbeitswelt ja ziemlich langweilig wären, und so waren es flotte drei Buchungen letzte Woche. An sich kein Problem – allerdings spielten die Aufträge nicht in Bochum, Dortmund und Münster. Das kann ja jeder und wäre auch keinen Text wert. Nein, auf dem Weg zur Weltherrschaft wurden es also Dienstag München, Mittwoch & Donnerstag Karlsruhe und am Freitag zum Wochenabschluss Berlin.
Da ich seit der Geburt unsere Tochter eh nicht mehr durchschlafen darf, ist das dann auch egal.

Der frühe Vogel…

… kann mich mal. Ich hab wirklich nix gegen frühes aufstehen. Ich mache es nicht super gerne, ist aber auch kein Weltuntergang. Aber so wie diese Woche…

Dienstag: Flug 6:30 h ab Düsseldorf
Mittwoch: Taxi um 4:00 h, Zug um 4:30 ab Dortmund
Freitag; Flug um 7:30 h ab Düsseldorf

Praktischerweise haben wir ja aktuell einen menschlichen Wecker und die Fütterungphasen meiner Tochter fielen zumindest Dienstag und Freitag mit meinem Wecker zusammen.
Eigentlich praktisch – Kindergeschrei, Fütterungszeit, Anziehen, Koffer nehmen, losgehen.

Eine Woche voller Menschen

Es ist fast schon tragisch, aber in dieser Woche stimmt es: Ich glaube ich habe meinen Freund Maik mehr gesehen als meine Frau. Entschuldigung an dieser Stelle dafür an meine Frau – war eine Ausnahme.

Nachdem Maik und ich am Dienstag nach München geflogen sind, um eines unserer Praxisseminare im Haus des Stiftes zu halten (An dieser Stelle: Danke für die Gastfreundschaft.), trefen wir dort auf tolle Teilnehmer, gute Ergebnisse und dazu den typisch Bayrischen Charme. Wobei ich an dieser Stelle – wie wahrscheinlich alle beruflich Reisenden – den selbstverliehenen Status der Stadt München als Metropole von Welt in Frage stelle. Warum? Der Flug von Düsseldorf nach München dauerte 48 Minuten. Die Fahrt mit der S-Bahn in die Innenstadt dauert in der bayrischen Landeshauptstadt 45 (!) Minuten. Mein Respekt vor dem blau-weißen-CSU-Selbstvertrauen ist an dieser Stelle anhand dieser Tatsache tatsächlich etwas gewachsen.

Auf dem Rückflug hatte ich dann die erste Begegnung mit den Kollegen von Sicherheitsdienst am Flughafen, denn mein Handgepäckkoffer, dürfte jeden FBI-Schüler als weltbestes Übungsbeispielt für viele Kabel und viel Technik auf engem Raum dienen. Und da das in ein Flugzeug sollte, wurde ich direkt mal zum Sprengstofftest geben. Kein Problem, das Gerät analysierte die Probe, auf dem Bildschirm leuchtet etwas grünes – alles gut, schönen Abend noch. Ein solches Gerät wird mich die Woche begleiten.

Mittwoch: Karlsruhe ich komme

Ich reise mit dem Zug nach Baden und komme pünktlich an. Ich treffe auf 12 motivierte junge Menschen der Diakonie Baden. Mit ihnen darf ich zwei Tage weiterbildung zum Thema Recruiting-Videos verbringen. Mir macht es großen Spaß und am Ende haben alle etwas gelernt (zumindest sagen das die Teilnehmer) und viel gelacht wurde auch noch. Meine Unterbringung war ok  – alles weitere hat Maik schon hier zusammengefasst. Mehr ist nicht zu sagen.

Freitag: Berlin

Der Großteil der Woche war geschafft – jetzt nur noch einen Tag Berlin. Meine benötigte Menge Koffein hat beängstigende Ausmaße angenommen. Wir sitzen im Flugzeug nach Berlin, Maik hat sich widerrechtlich einen Kaffee erschnorrt – der feine Herr hatte nur nämlich nur den Basic-Tarif gebucht. Trotzdem: Seine souveräne Bestellung hat die Stewardess zur Mitverschwörerin gemacht und so bekommt auch Maik seinen Kaffee. Den Rest des Fluges verbringen wir mit hysterischem Gelächter und Schweigen. Wir sind einfach müde.

Adresse: Unter den Linden

Schon nett hier... by T. Dunkel

Schon nett hier…

Maik hält beim Technologie- und Trendtag einen Workshop und ich erstelle eine Dokumentation darüber. Eine super Location, interessante Inputs und auch wenn ich schon ein paar Jahre keine Microsoft-Produkte zu Hause habe, war es doch interessant zu hören wohin die Reise auch gerade für Nonprofits gehen könnte. Und auch ein Foto zur Erinnerung darf nicht fehlen.

Gegen 17:00 sind alle glücklich und die Veranstaltung neigt sich dem Ende. Wir gehen zum Bus, registrieren die Verspätung des TXL’s und warten. Der Bus kommt und wir betreten eine Institution der Bildung und Erziehung, nur wissen wir das zum Glück noch nicht.

„Ein Hoch auf unseren Busfahrer, Busfahrer, Busfahrer…“

Schon an der nächsten halt beginnt Lektion Nr. 1. Die Türen öffnen sich – der Buss ist voll. Richtig voll. Es folgt der Klassiker: „Bitte nach hinten durchgehen.“ Hinten ist schon voll. Ist dem Busfahrer egal. Es wird zusammengerückt, der Bus fährt los, wir und die Koffer fliegen durch den Bus. Mit 50 in die Kurve geht immer. Ich mag Berlin – Nicht. An der nächsten Haltestelle das gleiche Spiel. Doch es gibt eine Steigerung. Der Fahrer verlässt seinen Führerstand, geht aussen an die zweite Tür und zeiht zwei Fahrgäste an der Jacke aus dem Bus. Die Tür schließt sich, der Bus fährt weiter. Die Reisegruppe der beiden Fahrgäste ist noch im Bus und guckt sich irritiert an. Das ist Berlin.

Da geht noch mehr…

Es folgt die nächste Haltestelle und die nächste Lektion. Durchsage: „Wenn ich bitte nach hinten durchgehen sage liegt die Betonung nicht auf bitte.“ Klare Ansage des Busfahrers. Von hinten erschallt ein kurzer Widerruf. Der Bus ist wirklich voll. Wirklich. Ist aber dem Busfahrer egal.

Er schaltet den Motor aus.

Im Bus werden ungläubige Blicke ausgetauscht. Schließlich wollen hier alle zum Flughafen. Zu ihren Flügen. Heute noch. Ist aber dem Busfahrer egal. Es dauert fast 5 Minuten, dann stellt auch der Busfahrer fest, dass es ja irgendwann weitergehen muss und er uns nciht alle raussetzen kann. Zumindest versucht er es nicht. Glück gehabt. Wir erreichen den Flughafen. Puh.

Nächste Hürde: Sicherheitskontrolle

Der Albtraum jeder Sicherheitskontrolle by Tobias Dunkel

Der Albtraum jeder Sicherheitskontrolle

Ich kenne das Spiel ja schon aus München. Mein Koffer sieht aus wie eine Bombe und ich hätte auch den Eindruck, wie ihr auf dem Foto sehen könnt. Das Öffnen des Koffers reicht nicht, ich muss zum Sprengstofftest. Kenne ich ja schon aus München. Doch der Sicherheitsmensch berlinert irgendwas von „… das wird ein Spaß.“

Ich ahne ja nicht was das bedeutet…

Das Gerät piept – KEIN grünes Licht. Ein neuer Versuch – denke ich – doch das darf der Wachmann nicht. Die Vorschrift sagt, dass er die Bundespolozei holen muss. Das kann dauern. Wie lange?, frage ich. Das letzte mal hat es wohl 45 Minuten gedauert – super in 30 Minuten soll mein Flughzeug starten. Am Ende der Knallerwoche strande ich also in Berlin. Und das alles weil das Licht NICHT GRÜN LEUCHTET. Ich habe Glück – nach 15 Minuten schlurfen zwei gelangweilte Beamte heran. Wir machen den Test noch 4 mal – nehmen meine Tabletten und andere Dinge aus dem Koffert und dann:

Es leuchtet GRÜN

Ich steige in den Flieger – der hat natürlich Verspätung, aber dann ist die Woche geschafft. Und zum Abschluss hat Maik noch 10 Minuten Schadenfreude gewonnen und sein Fotoalbum ist auch um drei Erinnerungen reicher:

Ich möchte Euch diesen Moment nicht vorenthalten:

Nicht witzig - Maik sieht das anders

Nicht witzig – Maik sieht das anders

Warten auf grünes Licht by Maik Meid

Warten auf grünes Licht

 

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