Charlie Hebdo – der Tag danach

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Ein Pariser Polizist liegt am Boden – der vermummte Mann geht auf Ihn zu und drückt einfach ab. Nein, es ist leider keine Szene aus der neuen Homeland-Staffel oder einem sonstigen Actionfilm. Passiert gestern Mittag in der Rue Nicolas Appert Nr. 10 mitten in Paris. Und es ist noch nicht vorbei – die Kollegen in Radio melden gerade, dass es im Süden von Paris eine weitere Schießerei gegeben haben soll. Ganz Frankreich sucht die Täter, die gestern in der Redaktion von Charlie Hebdo 12 Menschen gezielt erschossen haben. Deren Verbrechen? Sie haben gezeichnet. Karikaturen von Themen, die die französische Gesellschaft bewegen. Nicht nur der Islam beschäftigte die Journalisten – auch die Kirche oder was sonst eben anlag.

Dies wurde ihnen zum Verhängnis.

Der Respekt vor den Kollegen von Charlie Hebdo zieht sich heute quer durch die Presselandschaft – alle großen Blätter bringen dies zum Ausdruck:

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Natürlich – es ist eigentlich wir oft in der Gesellschaft: Einige wenige radikale bestimmen das Bild und doch der Angriff auf Charlie Hebdo geht tiefer. In Dresden machen Menschen in Form der PEGIDA-Bewegung ihrer Sorge vor einer „islamisierung des Abendlandes“ Luft und wer genau hinsieht, der braucht seinen Blick gar nicht ins entfernte Dresden schweifen zu lassen – Solingen reicht. Von dort kommt Robert B., der in London verurteilt wurde, nachdem man ihn mit Anleitungen zum Bombenbau aufgegriffen hatte. Warum er schon als Jugendlicher in den Heiligen Krieg ziehen will, darüber kann nur spekuliert werden. In diesem Zusammenhang empfehle ich die sehr beeindruckende Doku „Mein Bruder der Islamist“ von Robb Leech.

Doch es geht auch anders

Beispiel Münster. Dort haben sich am Montag gut 10.000 Bürger auf den Weg zum Prinzipalmarkt und auf den Domplatz gemacht. Organisert von einem Studenten anfang 20. Dabei gab es dort noch nicht mal eine PEGIDA-Veranstaltung. Es sollte einfach ein Zeichen gegen Fremdenhass und vor allem für Toleranz sein. Beeindruckende Bilder:

Der ARD Brennpunkt trug gestern den Titel „Blutbad von Paris“. Ein Titel, den ich ehrlicherweise bei anderen Sendern erwartet hätte. Aber glaubt man dem Moderator so war dieser Titel auch in der Brennpunktredaktion zumindest kontrovers diskutiert worden. Ich hätte ihn dennoch anders gewählt. Und die Diskussionen werden nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo auch in Frankreich nicht weniger werden. Fehler bei der Integration, die hohe Arbeitslosigkeit in den Pariser Vororten und der große Zulauf des Front National. Das alles macht es nicht einfacher und wird den Extremisten in der Gesellschaft weiter Zulauf bescheren. Und auch die PEGIDA-Vertreter sehen sich bestätigt. Von einer „gerechtfertigten Bewegung“ ist die Rede.

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Was bitte ist an dem Tod von 12 Menschen gerechtfertigt?

 

#charliehebdo

#JeSuisCharlie

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